Bro's aktives Sonnenhaus



Baublog zu unserem Sonnenhaus

Warum ein Sonnenhaus?

Wie wollen wir die Energieversorgung in unserem Haus regeln? Diese Frage stellen sich wohl die meisten zukünftigen Bauherren/innen im Bezug auf Strom- und Wärmeversorgung heutzutage. Deshalb möchte ich kurz unsere Bewegründe hin zum Sonnenhaus erläutern.

Nachdem wir die grundlegende Entscheidung getroffen hatten ein Haus zu bauen, machten wir uns neben den Grundrissen und Ansichten, Gedanken zur Energieversorgung des Hauses. Innerhalb von kurzer Zeit, mussten wir feststellen, dass am Markt sehr viele unterschiedliche Energiekonzepte angeboten werden. Angefangen mit den konventionellen Lösungen wie Öl oder Gas hin zu regenerativen Formen, wie Erdwärme oder Solarenergienutzung.

Dabei war uns besonders wichtig, in ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Konzept zu investieren. Was “zukunftsfähig” und “nachhaltig” bedeutet, ist nicht immer eindeutig zu definieren, da die Begriffe in der heutigen Medienlandschaft wohl ein wenig überstrapaziert sind. Für uns waren in erster Linie die Faktoren weitgehende Unabhängigkeit von der Preisentwicklung der Rohstoffmärkte sowie eine gesicherte Versorgung durch den notwendigen Rohstoff entscheidend. Abgesehen davon wollten wir auch eine möglichst umweltverträgliche Lösung finden.

Konventionelle Energiekonzepte waren dadurch schnell vom Tisch. Die Lösung lag also bei den erneuerbaren Energieformen.

In einem Gespräch mit unserem zukünftigen Nachbarn (der damals ebenfalls in der Planung für sein Haus steckte), kamen wir auch auf das Thema Heizkonzept zu sprechen. Er wolle ein Sonnenhaus bauen, erzählte er uns. Bis dahin hatten wir noch nie davon gehört. Er hat uns dann die Grundlagen erläutert und anschließend haben wir uns selbst darüber informiert. Nach dem Studium einschlägiger Webseiten und Fachliteratur sowie dem Besuch von Fachvorträgen und Messen, stand für uns fest: Dieses Konzept hat Zukunft und ist genau das Richtige für uns.

Beim Sonnenhaus sprechen wir nicht von einer Photovoltaik Anlage zur Stromerzeugung, sondern von einer solarthermischen Anlage zur Wärmeerzeugung. Viele Heizkonzepte, welche die Nutzung von Sonnenenergie vorsehen, sehen lediglich eine Heizungsunterstützung durch eine Solarthermieanlage vor oder beschränken sich auf die Trinkwassererwärmung. Beim Sonnenhaus wird aber der Hauptteil (>50%) der Heizung + Trinkwasserversorgung duch Sonnenenergie abgedeckt. Die Restenergie wird in der Regel durch Biomasse mit Hilfe eines Scheitholzvergaserofens erbracht.

Im Rahmen eines Vortrags von Josef Jenni (schweizer Solarpionier) im oberbayerischen Pfaffenhoffen im März 2011 , konnten wir uns noch einmal genauer über das Sonnenhaus informieren, was uns hinsichtlich unserer Entscheidung sicherlich einen entscheidenen Schritt weitergebracht hat. Dieser Vortrag wurde von der Firma Bogenrieder organisiert, für die wir uns letztendlich auch als Generalunternehmen für den Bau unseres Sonnenhauses entschieden haben.

Trotzdem schlug uns bezüglich des Sonnenhaus-Konzept ein wenig Skepsis aus unserem Umfeld entgegen. Daraufhin haben wir versucht mit Sonnenhaus Bewohnern Kontakt aufzunehmen. Jede(r) Einzelne war sehr hilfsbereit und wir konnten uns dadurch ein Bild aus erster Hand verschaffen. Einige der Häuser konnten wir sogar besichtigen und uns somit vor Ort überzeugen. Die Sonnenhäuser funktionieren schon seit Jahren und die Bewohner sind absolut zufrieden. Nachdem wir also von Bewohnern selbst so eine positive Rückmeldung bekommen hatten, war für uns der Entschluss gefasst, WIR bauen ein SONNENHAUS.

Neben der Heizungsversorgung sind natürlich auch die Stromversorgung und die Mobilität wesentliche Aspekte des Energiekonzepts. Auch hier möchten wir regenerative Energien verwenden. Dazu wollen wir baldmöglichst auf eine Photovoltaik Anlage zurückgreifen. Jedoch ist dies aus finanziellen Gründen gleich zu Beginn noch nicht möglich. Trotzdem werden dafür alle Vorbereitungen getroffen.

Unabhängig davon nützt die nachhaltigste Wärmeversorgung nichts, wenn die Gebäudesubstanz an sich nicht ausreichend ist bzw. die Gebäudehülle nicht entsprechend gut gedämmt ist. Und dadurch unnötig viel Energieaufwand von Nöten ist, um das Gebäude zu beheizen bzw. im Sommer Energie aufgebracht werden muss, um das Gebäude zu kühlen. Somit muss also das Gebäude einen gewissen Dämmstandard, den so genannten Transmissionswäremverlust erreichen. Eine entsprechend gedämmte Bodenplatte sowie eine Dämmung der Kelleraußenwände bilden den Grundstock. Perlit-gefüllte Ziegel in Erd- und Obergeschoß garantieren neben einer sehr guten Wärmedämmung auch ein angenehmes Wohnklima. Die Dachschrägen werden mit Glaswolle und Holzfaserplatten entsprechend gedämmt. Somit ist eine ausreichende thermische Hülle gegeben und die Grundlage für ein energiesparendes Heizkonzept ermöglicht.

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